HORST BEIM BASTELN!

Horst bezeichnet sich selbst als Doppellinkshänder ( Ein Doppellinkshänder ist kein Highländer, nur mal so, zur Erklärung! ) und hat mich deswegen um Hilfe gebeten, um einige Sachen an seinem Moped anzubauen! Eigentlich eine simple Sache, aber auch hier kann einiges schief gehen. Deswegen unter Anleitung! Alleine schon bei der Bestellung der Teile, traten die ersten Hinternisse auf. Welchen Lenkerdurchmesser, haben wir, wie lang müßen die Züge sein, brauch ich eine Doppelhohlschraube, für die Bremsleitungen und und und ....

Über Mathias kein Problem, aber er wollte die Teile andernorts bestellen, also los! Geplant waren, die Gaszüge, Bremsleitungen, Griffe und Hebel, Kupplungszug gegen Stahlflex auszutauschen.

Da wir nur 3 Stunden Zeit hatten, haben wir uns auf die Züge, Griffe und Hebel beschränkt. Die Bremsleitungen machen wir später, wenn er mal mehr Zeit hat!

Schon bei der Tank Demontage war Horst überrascht, was alles zu tun war, aber er hatte alles souverän gelöst und es machte ihn viel Spass zu schrauben, nachdem die anfängliche Unsicherheit gewichen war. Stück für Stück kam er auf Touren!

Bei den Kreuzschlitzschrauben, der Armatur, hätte er fast den Schraubenzieher weggeschmissen, weil sich die Schrauben nicht lösen lassen wollten. Die Schraube, die den oberen Zug fixiert, war bombenfest. Spätestens hier hätte Horst, Zuhause, alleine aufgegeben!

Mit ein paar alten Schlossertricks, war sie schnell gelöst und die Arbeit konnte weiter gehen!

Beim Vergaser wollte er nicht bei gehen, aber auch der muß abgezogen werden, wenn man die neuen Züge einharken will! Also, flux den Luftfilter demontiert und den Vergaser abgezogen!

Die neuen Züge sahen optisch, wie die alten aus, nur halt in Stahlflex! Aber was optisch gleich aussieht, ist nicht immer gleich! Bei den neuen Zügen gab es ein gravierendes Problem! Da die Züge nicht bei einem der üblichen Händler gekauft wurden, wiesen sie kleine Unterschiede auf. Die gepressten Nippel der Züge waren größer als die Originalen, was bedeutete, daß die Nippel nicht durch die Löcher der Griffschalen gingen. Normal hätte er die Züge zurück schicken können und alles wieder zurückbauen können.

Aber, ich habe die Züge angepasst, damit sie durch die Löcher passten, damit wir weiter machen konnten.

Mit einigen hilfreichen Tips für die Zukunft, wurden die Restarbeiten und Einstellungen erledigt. Mit der Montage der Gaszüge ist es ja nicht getan, die Züge müßen ja neu eingestellt werden. Der Kupplungsgriff wurde sanft entfernt und der Neue wollte nicht rauf. Dies ist normal, wenn keine Inbusschraube zur Sicherung vorhanden ist. Kommt ja nicht auf die Idee, den Griff von innen zu ölen, wenn er nicht rauf will. Es könnte sein, daß er euch sonst wahrend der Fahrt runter rutscht und das ist übel! Mit zwei Mann und dosierter Gewalt, bekommt man ihn rauf, wenn man das Innere vom Griff ein wenig vorbereitet, sprich eine Phase anfeilt!

Der Kupplungszug wurde normal, ohne Probleme ausgetauscht und auch die Hebel, ließen sich problemlos wechseln. Achtet dabei auf die Mikroschalter und die Messingbuchse.

Beim Einstellen des Bremshebels, haben wir auch gleich festgestellt, daß der Mikroschalter für das Bremslicht oxidiert war und nur noch ansprach, wenn er es wollte. Also haben wir ihn auch gleich gereinigt und wieder funktionsfähig gemacht!

Fazit: Viele Schwierigkeiten treten da auf, wo ihr sie gar nicht vermutet. Wenn ihr solche Arbeiten ausführen wollt, sucht euch einen zweiten Mann, der sowas schon mal gemacht hat, oder Erfahrung auf dem Gebiet hat, sonst seit ihr mit euerm Latein schnell am Ende! Und meistens macht ihr dann mehr kaputt, als notwändig wäre!